Template Ubuntu Server 24.04.3 LTS
Basisinstallation
Ich unternehme mal wieder einen neuen Anlauf, ein Smarthome ohne eine Cloud, aber mit Raspis aufzubauen. Und jedes Mal beginnt der Anlauf damit, ein Template zusammenzustellen, damit es möglich ist, schnell eine neue Basis für einen weiteren Installationsschritt oder eine geänderte Variante bereitzustellen. Ich installiere das Template mit Ubuntu Server 24.04.3 LTS (Noble Numbat), der aktuellen Version im September 2025, auf einem Raspberry Pi 3B.
Als OS habe ich mich für den Ubuntu Server ohne GUI entschieden. Lediglich das irgendwann benötigte Dashboard für das Smarthome wird eine grafische Oberfläche erhalten. Obwohl der hier genutzte Raspi 3B etwas in die Tage gekommen ist, ist es trotzdem sinnvoll zu testen, wie lange er die zugedachten Aufgaben mit einem aktuellen OS erfüllen kann. Bei Notwendigkeit kann immer noch auf die leistungsstärkeren Varianten 4 oder 5 gewechselt werden. Das Template startet i.d.R., eventuell sind minimale Anpassungen notwendig.
Ich installiere das Template Ubuntu Server 24.04.3 auf einer 16-GB-Micro-SD-Karte. Nach Abschluss der Installation wird der Inhalt dieser SD-Karte als wieder verwendbares Image/Backup auf einen (Windows-)PC zurückgespielt. Da ich selbst ein Wanderer zwischen den Welten bin, ist nicht alles konsistent mit Linux und seinen Tools umgesetzt. Ich nutze darüber hinaus auch Windows 11 und hier verfügbare Software.
Installationsschritte
- Herunterladen und Entpacken des Ubuntu-24.04.3-Raspberry-Pi-Images ubuntu-24.04.3-preinstalled-server-arm64+raspi.img.xz zur Imagedatei ubuntu-24.04.3-preinstalled-server-arm64+raspi.img.
- Installieren des Image auf einer 16-GB-Micro-SD-Karte mit Hilfe des Tools Win32DiskImager
- Starten des Raspberry von der eingesetzten SD-Karte.
- Initiale Anmeldung mit dem Default-Benutzer ubuntu mit dem Passwort ubuntu.
- Bei der ersten Anmeldung ist das Passwort zu ändern. Hier ist ggf. zu beachten, dass ein englischsprachiges Tastaturlayout eingestellt ist.
- Der Benutzer ubuntu kann jederzeit mit dem Befehl
Root-Rechte erlangen, er benötigt dafür kein Passwort.sudo su - Um auf den Raspberry möglichst schnell und einfach remote zugreifen zu können, ist er mit einem Ethernetkabel mit einem lokalen Netzwerk zu verbinden, das über DHCP IP-Adressen verteilen kann. Der Raspberry zieht sofort eine DHCP-IP-Adresse. Dies passiert auch, wenn das Ethernetkabel erst nachträglich angesteckt wird. Die IP-Adresse kann mit den Befehlen
ip addr showbzw.abgefragt werden. Das WLAN-Modul ist an dieser Stelle noch nicht aktiv.ip addr show eth0 - Jetzt kann der Raspberry über
ssh(z. B. mit dem SSH-Client Putty) direkt mit der IP-Adresse angesprochen werden. Die erste Anmeldung liefert trotzdem eine Fehlermeldung:
Putty: No supported authentication methods available (server sent publickey) - Um die Remoteanmeldung positiv abschließen zu können, sind auf der Console des Raspberry folgende Einstellungen vorzunehmen:
sudo vi /etc/ssh/sshd_config * Zeile 66: PasswordAuthentication yes aktivieren * Zeile 71: KbdInteractiveAuthentication auf yes abändern * Die Datei speichern und den ssh-Service neu starten: sudo systemctl restart ssh
Die Basisinstallation ist damit abgeschlossen, die Abbildung zeigt die erfolgreiche Remoteanmeldung (hier noch Version 24.04.2):

WLAN statisch einrichten
Der Raspberry soll am Ende mit einem Minimum an angeschlossenen Kabeln auskommen. Das WLAN erhält eine statische IP-Adresse. Nach der Konfiguration ist der Raspi neu zu starten. Beim Reboot sind außer der Stromversorgung alle anderen Kabel entfernt – Ethernetkabel, Bildschirm und Tastatur. Es ist jetzt möglich, den Raspberry komplett remote zu administrieren und ihn für die ursprünglich vorgesehene Applikation zu nutzen. Für die WLAN-Konfiguration ist es sinnvoll, über das Kommando zu verfügen. Hierzu sind die iwconfig zu installieren.wireless-tools
sudo apt install wireless-tools
iwconfig
wlan0 IEEE 802.11 ESSID:off/any
Mode:Managed Access Point: Not-Associated
Retry short limit:7 RTS thr:off Fragment thr:off
Power Management:on
Die WLAN-Karte nutzt den Network-Manager. Damit ist zuvor zu installieren. Danach kann die Netplan-Konfigurationsdatei im Ordner angepasst werden. Die Konfigurationsdatei enthält folgende konkrete Werte, diese sind durch die eigenen zu ersetzen:/etc/netplan
- IP-Adresse 172.24.12.126
- Netzwerk 172.24.12.0/24
- Gateway 172.24.12.1
- DNS-Server 172.24.12.133
- WLAN-SSID TOMCAT24
Die Konfigurationsdatei ist eine YAML-Datei. Damit muss zwingend auf die Anzahl der Leerzeichen geachtet werden (hier sind es zwei Leerzeichen, es sind auch drei oder vier möglich). Abschließend ist die geänderte Konfiguration zu übernehmen:
sudo apt install network-manager
sudo vi /etc/netplan/50-cloud-init.yaml
network:
version: 2
renderer: networkd
wifis:
wlan0:
dhcp4: no
dhcp6: no
addresses:
- 172.24.12.126/24
routes:
- to: default
via: 172.24.12.1
nameservers:
addresses:
- 172.24.12.133
access-points:
TOMCAT24:
password: <password>
sudo netplan generate
sudo netplan apply
Die Konfiguration ist abschließend zu übernehmen und zu aktivieren. An dieser Stelle geht die Putty-Session über die DHCP-Adresse verloren. Jetzt das Ethernet-Kabel abziehen und den Raspberry einmal (hart) booten, danach ist er über WLAN mit der eingetragenen statischen IP-Adresse erreichbar.
Weitere Installationsschritte
Upgrade des Raspberry Pi
Seit der Erstellung des Installationsimages sind eine Anzahl an Updates aufgelaufen – trotz des aktuellen Installationsimages Stand September 2025 immerhin 41 Pakete. Diese können an jeder beliebigen Stelle der Installation und später periodisch eingespielt werden.
sudo apt update sudo apt upgrade
Hostnamen setzen
sudo vi /etc/hosts Hinzufügen:172.24.12.126 template-raspi-24 sudo vi /etc/hostname Ändern ubuntu in template-raspi-24 sudo reboot
Ersetzen des Installationsusers ubuntu
Der neue Benutzer installer ersetzt den Default-Benutzer ubuntu. Damit ist geändert, dass installer nicht ohne Passworteingabe Root-Rechte erlangen kann, standardmäßig hat er diese nicht. Der letzte Befehl löscht ubuntu:
- Anlegen des Non-root-Benutzers installer:
sudo useradd installer -d /home/installer -m -c installer -s /bin/bash- Setzen des Passworts:
sudo passwd installer - Setzen des Editors vi zum Editieren von
sudoers sudo update-alternatives --config editorsudo visudo- Zeile
zur Zeileroot ALL=(ALL:ALL) ALLkopiereninstaller ALL=(ALL:ALL) ALL - Neuanmelden mit dem Benutzer installer
- Löschen des Benutzers ubuntu:
sudo userdel -r ubuntu
Einstellen der Zeitzone auf Europa, Berlin
Im Installationszustand ist die Zeitzone UTC eingestellt, zum Ändern auf CET (Central Europe Time) oder CEST (Central Europe Summer Time) ist der Befehl auszuführen. Der Befehl liest aus dem Datum, ob gerade die Zeitzone für Sommer- oder Winterzeit aktiv ist.sudo dpkg-reconfigure tzdata
Sichern des Templates
Abschließend ist die Installation des Templates zurück auf den PC zu sichern. Dies erfolgt wieder mit dem Tool Win32DiskImager, beim Zurückschreiben ist die Schaltfläche Read zu wählen:

Damit ist die Installation vom Ubuntu Server 24.04.2 LTS auf dem Host template-raspi-24 abgeschlossen.
Template Ubuntu Server 20.04.3 LTS
Übersicht
Was benötigen wir zum Starten mit dem ersten SmartHome-Baustein? Natürlich einen Raspberry Pi, hier in der Version 2B, zusammen mit einer Micro-SD-Karte, installiert wird das Betriebssystem Ubuntu Server 20.04.3 LTS:

Der Raspberry Pi 2B ist in das Netzwerk integriert. Für die Inbetriebnahme reichen neben einer Tastatur ein Ethernet- und HDMI-Kabel. Der Normalbetrieb ist später über WLAN abgewickelt – zu empfehlen ist u.a. der USB-Wireless-Adapter Edimax EW-7811UN. Im August 2018 lag der Preis noch bei 8,49 EUR, im Dezember 2021 sind es bereits stolze 17 EUR. Es ist keine grafische Oberfläche geplant, damit entfällt eine Maus. Der Raspi benötigt Strom in der Größenordnung 5 Volt / 2 Ampere und abschließend ein Gehäuse.

Der Raspberry Pi 2B besitzt einen 64-Bit-Prozessor, damit sind nicht alle Distributionen hierfür verfügbar. Es ist eine Philosophiefrage, ich setze wegen der langfristigen Verfügbarkeit von Patchen die Longtime-Versionen von Ubuntu Server ein. Die Recherche auf den Ubuntuseiten zeigt, dass für das Modell 2B ein 32-Bit-Paket von Ubuntu Server 20.04.3 LTS (Focal Fossa) verfügbar ist. Für das Nachfolgemodell gibt es ein 64-Bit-Paket von Ubuntu Server 20.04.5 LTS (Stand Dezember 2021).
Also von der Website http://cdimage.ubuntu.com/ubuntu/releases/20.04.3/release/ über den Link Raspberry Pi Generic (Hard-Float) preinstalled server image das Paket ubuntu-20.04.3-preinstalled-server-armhf+raspi.img.xz herunterladen und mit einem geeigneten Programm (z. B. 7-Zip) das Paket zu einem bootfähigen Image entpacken. Mit einem weiteren Tool (z. B. Win32DiskImager) wird dieses Image jetzt auf eine Micro-SD-Karte geschrieben, um damit den Raspberry Pi booten zu können. Das entpackte Paket hat eine Größe von ca. 3 GB, eine 16-GB-Karte hat genug Reserven für die ersten Tests.
Das Schreiben des Image geht am Einfachsten mit einem USB-Cardreader …

… und den folgenden Arbeitsschritten.
Installationsschritte für Ubuntu 20.04.3
- Starten des Win32DiskImagers
- Suchen der Imagedatei im Filesystem
- Einstellen des Laufwerks der Micro-SD-Karte
- Starten des Kopiervorgangs über die Schaltfläche Schreiben
- Bestätigen der Überschreiben-Warnung
- Die neu beschriebene Micro-SD-Karte generiert ein neues Laufwerk im Filesystem, dieses ist unter Windows nicht ansprechbar. Eine daraus resultierende Fehlermeldung ist zu ignorieren.
- Einsetzen der Micro-SD-Karte in den Raspberry und Starten des Rechners
- Für die Erstinbetriebnahme wird nur die Stromversorgung, ein Ethernet- und HDMI-Kabel incl. Monitor und eine Tastatur benötigt.
- Unter Windows ist es schwierig, in der GUI eine einmal installierte Micro-SD-Karte noch einmal zu beschreiben.
Es gibt die Möglichkeit, mit dem Kommandozeilentool diskpart die Karte wieder in den Ausgangszustand zurückzuversetzen. Hierzu sind folgende Arbeitsschritte und Kommandos auszuführen:
- Starten von
diskpartin der Kommandozeile - Eingeben der folgenden Kommandos:
list disk --> hier feststellen, welche Datenträgernummer die Micro-SC-Karte hat (hier als Beispiel die Nummer 3) select disk 3 clean create partition primary list part --> Partition 1 ist aktiv active format fs=Fat32 quick assign --> Zuweisen des Laufwerksbuchstaben
Jetzt kann das Image neu und problemlos geschrieben werden. Nach dem Start des Raspis hat dieser zunächst den Hostnamen ubuntu, Default-Account und -Passwort lauten ebenfalls ubuntu. Bei der ersten Anmeldung muss das Initialpasswort geändert werden. Mit sudo su können Rootrechte erlangt werden.
Das Kommando ip zeigt, dass der Raspi bereits über DHCP mit dem Netzwerk verbunden ist:
ip address show 2: eth0: mtu 1500 qdisc fq_codel state UP group default qlen 1000 link/ether b8:27:eb:8c:64:a2 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff inet 172.24.12.116/24 brd 172.24.12.255 scope global dynamic eth0
Prinzipiell gibt es ab dieser Stelle zwei mögliche Vorgehensweisen bei der weiteren Konfiguration:
Es kann direkt an der Konsole gearbeitet werden oder remote über einen SSH-Client, wie z. B. Putty. Hier ist ein markanter Unterschied zu sehen: Remote über Putty ist ein deutsches Tastaturlayout verfügbar. Direkt an der Konsole hat der Raspi ein englisches Tastaturlayout – für viele sicher nicht optimal. Bevor es mit der Netzwerkinstallation weitergeht, ist deshalb zunächst das Konsolenlayout auf deutsch zu ändern.
Tastaturlayout der Konsole und Zeitzone ändern
Folgende Befehle ändern das Tastaturlayout auf deutsch, gleichzeitig ist es sinnvoll, die Zeitzone auf Berlin zu stellen. Der Raspi ist am Ende zu rebooten:
sudo apt update sudo apt install language-pack-de sudo dpkg-reconfigure keyboard-configuration Auswahl Keyboard-Modell: Generic 105-key PC (intl.) Land des Ursprung-Keyboards: German Tastaturlayout: German Taste für AltGr-Funktion: The default for the keyboard layout Compose key: No compose key sudo dpkg-reconfigure tzdata Geographic area: Europe Time zone: Berlin sudo reboot
Remoteanmeldung
ssh ist per default installiert, damit kann sich der non-root-Benutzer ubuntu bereits remote anmelden. Soll sich auch root remote anmelden können, ist die Datei /etc/ssh/sshd_config anzupassen. Da root bislang noch kein Passwort besitzt, ist dieses zu setzen. (Ich bin mir bewusst, dass diese Listingzeilen die Community in Geht überhaupt nicht und Mache ich immer so teilt. Tatsache ist aber, dass es für produktive Umgebungen tabu ist.)
sudo vi /etc/ssh/sshd_config Zeile 34: PermitRootLogin yes sudo systemctl restart ssh sudo su passwd
Netzwerkkarte (LAN) statisch einstellen
Selbstverständlich ist es möglich, den Raspi mit einer DHCP-Adresse zu betreiben. Auf dem Raspi ist aber ein Serverbetriebssystem installiert, hier macht es Sinn, eine statische IP-Adresse (im Beispiel 172.24.12.207) einzurichten. Canonical nutzt seit Ubuntu 17.10 das Netplan-Paket, es richtet mit Hilfe einer YAML-Konfigurationsdatei die Netzwerkkarte ein. Für die Übernahme der Netzwerkkarteneinstellungen reicht ein netplan apply aus.
sudo vi /etc/netplan/50-cloud-init.yaml
network:
version: 2
renderer: networkd
ethernets:
eth0:
dhcp4: no
dhcp6: no
addresses: [172.24.12.205/24]
gateway4: 172.24.12.1
nameservers:
addresses: [172.24.12.1]
sudo netplan generate
sudo netplan apply
Netzwerkkarte (WLAN) statisch einstellen
Der Raspberry Pi 2B hat noch keinen integrierten WLAN-Controller, hier empfiehlt sich der USB-Wireless-Adapter Edimax EW-7811Un – ein sehr kleiner Adapter ohne eine zusätzliche Antenne. Der benötigte Treiber ist durch Ubuntu bereits mit installiert. Um auf WLAN umzuschalten, ist im Konfigurationsblock nur die Netzwerkkarte auszutauschen und um die Parameter der Funkstrecke (SSID und Passwort) zu ergänzen. Normalerweise reicht ein netplan apply aus, in ganz harten Fällen kommt die Verbindung aber nach einem Reboot zustande.
sudo vi /etc/netplan/50-cloud-init.yaml
network:
version: 2
renderer: networkd
wifis:
wlan0:
dhcp4: no
dhcp6: no
addresses: [172.24.12.207/24]
gateway4: 172.24.12.1
nameservers:
addresses: [172.24.12.1]
access-points:
"RASPI":
password: <password>
sudo netplan generate
sudo netplan apply
An dieser Stelle ist die Basisinstallation des Raspis prinzipiell abgeschlossen. Es können nun die ersten Sensoren und Aktoren angeschlossen werden. Der Raspi selbst benötigt nur noch eine Stromversorgung, über die WLAN-Verbindung ist er im Netzwerk z. B. über Putty erreichbar, damit kann er komplett remote administriert werden.